15. Bayerischer Selbsthilfekongress
Gemeinschaftliche Selbsthilfe -
Begegnungen auf Augenhöhe
Freitag, 10. Juli 2026 von 09.30 Uhr - 16.30 Uhr
Amberger Congress Centrum, Schießstätteweg 8, 92224 Amberg
Am Freitag, den 10. Juli 2026 ist es wieder so weit: Menschen aus Selbsthilfegruppen und interessierte Fachpersonen treffen sich zum Bayerischen Selbsthilfekongress in Amberg. Der Bayerische Selbsthilfekongress ist der größte Kongress dieser Art in Deutschland und findet zum zweiten Mal in einem Sommermonat statt, sodass auch die schönen Außenflächen des großzügigen Amberger Congress Centrums zur Verfügung stehen.
Neben interessanten Vorträgen, einem Gesundheitsforum und sieben Workshops können erstmals die Pausen genutzt werden, um sich über Selbsthilfe-Fördermöglichkeiten direkt vor Ort zu informieren.
Zugesagt haben für Infostände die Fördergemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen für die Pauschalförderung der Selbsthilfe. Daneben gibt es noch für Einzelprojekte spezielle Infostände der AOK Bayern und der BKK-Landesverband Bayern, die auch den Selbsthilfekongress direkt finanziell unterstützen. Außerdem engagieren sich finanziell für die Durchführung des Kongresses die bayerische Apothekerschaft, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die bayerische Psychotherapeutenkammer, sowie der Amberger Round Table 69.

Was Sie erwartet: Unser Kongress-Programm
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Eröffnung & Vorträge am Vormittag
Der Tag startet mit dem Kurztheaterstück „Selbsthilfegruppen, ein Weg für dich!“ Dieses wird gestaltet von Amberger Selbsthilfeaktiven, die dies gemeinsam entwickelt haben und die Kraft der gemeinschaftlichen Selbsthilfe gerade für Neubetroffene thematisiert.
Nach kurzen Grußworten und dem digitalen Grußwort des Bayerischen Ministerpräsidenten eröffnet die Bestsellerautorin und Fachärztin für Neurologie, Nervenheilkunde und Psychotherapie Dr. Claudia-Croos-Müller dann die Fachbeiträge.
Mit ihrem Vortrag „Ein guter Tag fängt morgens an - anerkennende Kommunikation mit sich selbst“ zeigt sie Möglichkeiten auf, positiv den Tag zu beginnen. Hier wird nicht nur zugehört, sondern gleich mitgemacht, und nebenbei von ihr erklärt, welche neurophysiologische, positive Wirkungen dadurch entstehen. Ihre BODY 2 BRAIN CCM® Methode ist leicht zum Mitmachen, im Sitzen oder im Stehen, aber auch einfach zuschauen ist erlaubt.
Frau Dr. Croos-Müller wurde nicht nur durch ihr Wirken an dem RoMed-Klinikum in Rosenheim, sondern auch durch ihre wunderschönen Bücher bekannt, in denen einfachen, aber wirksamen Körperübungen beschrieben werden, die in der Gruppenarbeit als Auflockerung gut eingesetzt werden können und außerdem noch riesig Spaß machen.
Den zweiten Vortrag gestaltet Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli zum Thema „Sprechen auf Herzenshöhe oder von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen.“ Er ist Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie und Klinik für Gynäkologie an der Charite in Berlin und ebenfalls Bestsellerautor. Sein Buch „Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen“ bildet auch die Basis seines Vortrages. Dabei möchte er zwischen Fachpersonal und Patienten Gespräche auf Herzenshöhe möglich machen und den Weg bereiten, dass auch schwierige Gesprächssituationen gut gemeistert werden. Die Bedeutung von Patientengesprächen wird so spürbar und er gibt wertvolle Anregungen, wie die Kommunikation hier verbessert werden kann.
Gesundheitsforum
Am Nachmittag ist Prof. Sehouli noch beim Gesundheitsforum zum Thema „Sprechen und Zuhören auf Augenhöhe“ dabei und stellt sich hier auch den Fragen aus dem Publikum.
Weitere Kurzstatements bereichern das Gesundheitsforum jeweils aus der Sicht von Betroffenen und Fachkräften. So werden zwei Selbsthilfeaktive aus je einer Gruppe psychisch und onkologisch Erkrankter aus Patientensicht ihre Erfahrungen beitragen, ergänzt durch Prof. Dr. Monika Sommer aus Regensburg, sowie einer Vertretung der Apothekerschaft. Moderiert wird das Gesundheitsforum von Klaus Grothe-Bortlik, einem Vorstandsmitglied des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern. Viele Beiträge und Fragen aus dem Plenum ergänzen sicherlich den Gedankenaustausch zu diesem wichtigen Thema.
Neben dem Gesundheitsforum gibt es weitere sieben spannende Workshops, die alternativ besucht werden können:
Workshop 1 "Selbsthilfe im Pflegebereich – was gibt es und welche Unterstützung wird benötigt?"
So wird im Workshop 1 das Thema „Selbsthilfe im Pflegebereich – was gibt es und welche Unterstützung wird benötigt?" bearbeitet. Hier erhalten Teilnehmende einen wissenschaftlich fundierten Einblick, wie Selbsthilfe und präventive Ansätze zur Entlastung und Stärkung im Pflegealltag beitragen. Referentin ist Anja Schödwell, Referentin Selbsthilfe und Pflege der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. in Berlin. Außerdem informieren Kornelia Schmid, aus Amberg über ihren Verein „Pflegende Angehörige e.V.“ und Brigitte Stief vom Selbsthilfezentrum Traunstein über ihre praktische Unterstützungsarbeit für pflegende Angehörige.
Workshop 2 „Erste Hilfe in seelischer Not“
Im Workshop 2 „Erste Hilfe in seelischer Not“ (HSN) wird ein Erste-Hilfe-Programm für psychisch emotionale Notfallsituationen ähnlich zu medizinischen Erste-Hilfe-Kursen vorgestellt. Es vermittelt den Ersthelfenden eine konkrete Handlungskette: "Hinschauen - Sprechen - Netzwerken“, um mehr Sicherheit und Selbstvertrauen im Umgang mit betroffenen Menschen zu gewinnen. Beim praxisnahen Austausch werden die Teilnehmenden für solche Notfallsituationen vorbereitet. Die Referentin Lisbeth Wagner ist Diplom-Sozialpädagogin und zertifizierte HSN-Trainerin, und arbeitet seit vielen Jahren in der Kiss Regensburg.
Workshop 3 „Mit INSEA für die Selbsthilfe - Selbstmanagement für chronisch Erkrankte und Angehörige“
Mit "INSEA für die Selbsthilfe - Selbstmanagement für chronisch Erkrankte und Angehörige“ wird das INSEA-Kursprogramm im Workshop 3 vorgestellt und über Selbstmanagement diskutiert und informiert. Die Referentinnen Anja Bade, DAG SHG Berlin und Simone Hoffmann, Selbsthilfebüro Mainspessart stellen aus dem Kursprogramm ausgewählte Einheiten vor. Ergänzt wird der Workshop von Erfahrungen einzelner INSEA-Kursbesucher aus Amberg.
Workshop 4 „Atmen als Basis des Lebens: praktische Übungen zur Verbesserung der Atmung“
Im Workshop 4 „Atmen als Basis des Lebens: praktische Übungen zur Verbesserung der Atmung“ wird von der Amberger Atemtherapeutin Sybille Zetsche-Ertl über Wissenswertes rund um die Atmung informiert. Hauptschwerpunkt sind praktischen Übungen, die zum Mitmachen einladen und als Anregung für Gruppenabende dienen. Dieser Workshop passt hervorragend zum Luftkurort Amberg mit seinem Luftmuseum.
Workshop 5 „Die elektronische Patientenakte (ePA): Fragen und Antworten für Selbsthilfeaktive"
Mit einem sehr aktuellen Thema beschäftigt sich der Workshop 5 „Die elektronische Patientenakte (ePA): Fragen und Antworten für Selbsthilfeaktive" mit Vorstellung des Projektes „Gesundheit im Wandel“.
Denn die elektronische Patientenakte befindet sich in einer wichtigen Umsetzungsphase und ist in aller Munde. Trotzdem nutzt nur ein geringer Anteil der Bevölkerung aktiv die ePA. Viele Menschen sind verunsichert, haben Fragen zur Handhabung, zum Datenschutz und zur Nutzung im Alltag. Dies betrifft insbesondere Mitglieder der Gesundheitsselbsthilfe: Chronisch Erkrankte und ihre Angehörigen könnten sehr von der ePA profitieren, haben aber auch große Bedenken zur Datensicherheit. Aus diesem Grund startet seit Januar 2026 ein Modellprojekt von SeKo und dem Gesundheitsladen München, das regionale du indikationsspezifische Vorträge für die Selbsthilfe in Bayern anbietet. Die beiden Projektleitungen Jürgen Kretschmer, Gesundheitsladen München und Christina Flurschütz, SeKo Bayern, berichten darüber im Workshop.
Workshop 6 „Verschwiegenheit, Zeugenverweigerungsrecht und unterlassene Hilfeleistung“
Auch juristische Fragen sind für Selbsthilfegruppen immer wieder zu klären, und so wird Rechtsanwältin Renate Mitleger-Lehner im Workshop 6 zu „Verschwiegenheit, Zeugenverweigerungsrecht und unterlassene Hilfeleistung“ informieren. Seit Jahren unterstützt sie die Selbsthilfe mit speziellen Fortbildungen zu allen rechtlichen Themen rund um die Selbsthilfe und hat sich als Buchautorin ebenfalls zu diesem Thema bundesweit einen Namen gemacht
Workshop 7 „Die BODY 2 BRAIN CCM® Methode: welche Übungen helfen bei Schmerzen?“
Hauptreferentin Dr. med. Claudia Croos-Müller bietet im Workshop 7 den Praxisworkshop „Die BODY 2 BRAIN CCM® Methode: welche Übungen helfen bei Schmerzen?“ an. Hier gibt es rund ums Thema Schmerzbewältigung Übungen und Hintergrundwissen, um besser mit Situationen umzugehen und aus der Schmerzspirale auszusteigen.
Abschluss & Begleitprogramm
Bei einem Abschlussplenum unter Moderation von der Kontaktstellenleiterin Kerstin Bauer aus Amberg und Irena Težak von SeKo Bayern werden die Ergebnisse des Nachmittags nochmals zusammengefasst und allen zugänglich gemacht.
Das Begleitprogramm bietet neben der Förderberatung in der Mittagspause auch noch eine Glücksrad-Aktion und vielen Informationen rund um Selbsthilfegruppen, die Selbsthilfekoordination Bayern und die regionale Selbsthilfekontaktstelle an.
Mehr Informationen & Anmeldung
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Tagungsgebühr: 30 €
reduzierte Tagungsgebühr: 15€, für Menschen mit Schwerbehinderung, Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Rentner*innen mit einem entsprechendem Nachweis möglich (Bitte Nachweis zum Kongress mitbringen!)
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen!
Anmeldungen von mehreren Personen aus einer Gruppe sind ausdrücklich erwünscht.