Digitale Süchte und mehr: 
Herausforderungen moderner Abhängigkeiten

Bayernweiter Selbsthilfefachtag Sucht und Gesundheit
am 13. November 2026 von 10:30 - 16:00 Uhr 
in den Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in München

Die Digitalisierung eröffnet viele Möglichkeiten – 
zugleich entstehen neue Herausforderungen und Abhängigkeiten im Umgang mit digitalen Medien und Angeboten.

Der bayernweite Selbsthilfefachtag widmet sich den vielfältigen Formen moderner Süchte und Abhängigkeiten: von Internetnutzungsstörungen über Kaufsucht, Online-Glücksspiel und problematischer Pornografienutzung bis hin zu einem bewussten und gesunden Umgang mit digitalen Medien im Alltag.  Auch die Perspektive der Angehörigen und die Auswirkungen auf das soziale Umfeld werden thematisiert.

Die Veranstaltung bietet fundiertes Fachwissen, persönliche Begegnungen und praktische Impulse für Betroffene, Angehörige, Selbsthilfeaktive und Fachkräfte.

Anmeldungen zum Fachtag sind ab September 2026 möglich. 

Programm-Highlights

Hauptvortrag / Keynote: 
Gefangen im Netz – Diagnostik, Therapie und Prävention der Internetnutzungsstörungen
Die missbräuchliche und süchtige Nutzung von digitalen Bildschirmmedien nimmt nicht nur bei jungen Menschen rapide zu. 
Nicht erst im Zuge des Einbezugs von Künstlicher Intelligenz entwickeln insbesondere Computerspiele, Soziale Medien, Streamingportale und Pornographie einen immer größeren Sog, der zu negativen psychischen, körperlichen und sozialen Folgen führt. Der dreiteilige Vortrag mit zwischenzeitlichen interaktivem Austausch soll vermitteln, wie Internetsucht erkannt, behandelt und vorgebeugt werden kann. 

Referent: Prof. Dr. med. Bert Theodor te Wildt
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie,
Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen am Ammersee

Workshops:

  1. Wenn Kaufen zum Zwang wird – Einblicke in ein oft verborgenes Suchtverhalten
    Dr. Ekaterini Georgiadou und eine Person aus der Selbsthilfe
  2. Ein Klick zu viel? Online-Glücksspiel: Risiken, Folgen, Hilfsangebote
    Konrad Landgraf und Christian Hummel
  3. Sexualität im Störfeuer digitaler Reize
    Zwanghafte und abhängige sexuelle Störungen verstehen und ihnen professionell begegnen
    Dr. Heike Melzer und eine Person aus der Selbsthilfe
  4. Respektvolle Fürsorge bei Sucht: Angehörige zwischen Selbstschutz und Empathie stärken
    Carolin Schürmann
  5. Digital gut für mich sorgen - Smartphone, Apps und Selbstfürsorge im Alltag
    Luise Görlach

Außerdem: Raum für Austausch und Vernetzung von Selbsthilfeaktiven und Fächkräften 

Was Sie in den Workshops erwarten können:

  • Workshop 1
    Wenn Kaufen zur Sucht wird – Einblicke in ein oft verborgenes Suchtverhalten

    Der Workshop vermittelt grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse zur Kauf-Shopping-Störung und gibt einen Überblick über das klinische Erscheinungsbild, mögliche Entstehungsbedingungen und Behandlungsansätze. Darüber hinaus werden wissenschaftlich fundierte Behandlungsansätze vorgestellt. 

    Referentin: 
    Dr. Ekaterini Georgiadou, Leitende Psychologin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Nürnberg
    gemeinsam mit einer Person aus der Selbsthilfe

  • Workshop 2
    Ein Klick zu viel? Online-Glücksspiel: Risiken, Folgen, Hilfsangebote

    Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 wurde der Markt für Online-Glücksspiel umfassend geöffnet. Dadurch hat sich das legale Glücksspielangebot in Deutschland wesentlich vergrößert. Gleichzeitig besteht weiterhin ein nicht unerheblicher illegaler Markt. Im Workshop wird die aktuelle Regulierung des Online-Glücksspiels kurz angerissen. Darüber hinaus wird ein Einblick in den legalen und den illegalen Online-Glücksspielmarkt gewährt und die besonderen Gefahren des Online-Glücksspiels herausgearbeitet. Außerdem wird aufgezeigt, was es bedeutet, wenn sich eine Glücksspielproblematik entwickelt hat und welche Hilfeangebote in einem solchen Fall zur Verfügung stehen. Die Thematik wird dabei aus der Perspektive der Betroffenen, der Sucht-Selbsthilfe und beruflichen Suchthilfe beleuchtet.

    Referenten: 
    Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
    Christian Hummel, Mitglied des Betroffenenbeirats Bayern – Stimme der SpielerInnen

  • Workshop 3
    Sexualität im Störfeuer digitaler Reize

    Zwanghafte und abhängige sexuelle Störungen verstehen und ihnen professionell begegnen
    Immer stärker werdende und allgegenwärtig verfügbare sexuelle Reize gehen mit neuen Herausforderungen und Störungsbildern einher. Pornografie, käufliche und unverbindliche sexuelle Angebote, Sex-Toys sowie die neuen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz verändern unser sexuelles Erleben und Verhalten.
    Welche Faktoren tragen dazu bei, dass Menschen mit diesen Entwicklungen gesund umgehen können, während andere Belastungen oder problematische Verhaltensweisen entwickeln? Und wie schaffen wir es, in Zeiten von Vielfalt, Konsum und ständiger Verfügbarkeit psychisch und körperlich gesund zu bleiben?

    Referentin: 
    Dr. Heike Melzer
    Arztpraxis für Sexualtherapie, Paartherapie, Psychotherapie und Coaching in München
    gemeinsam mit einer Person aus der Selbsthilfe

  • Workshop 4
    Respektvolle Fürsorge bei Sucht: Angehörige zwischen Selbstschutz und Empathie stärken

    Im Workshop unterstützen wir Angehörige im Umgang mit Sucht: Wir klären typische Rollen und Herausforderungen, zeigen einfache Reflexionsmethoden und geben praktische Gesprächshilfen. So finden Sie einen Ausgleich zwischen Mitgefühl und Selbstschutz und gewinnen mehr Entscheidungssicherheit.

    Referentin: 
    Carolin Schürmann, Dipl. Sozialwi. Univ., Gründerin von GERTY NUSS, Autorin und Peer für Stigma 

  • Workshop 5 
    Digital gut für mich sorgen – Smartphone, Apps und Selbstfürsorge im Alltag 

    Ständig online, aber nie ganz da? In diesem Workshop schauen wir hinter die Kulissen unserer Lieblings-Apps: Wir entlarven Dark Patterns, jene manipulativen Designs, die uns länger am Bildschirm halten, als uns lieb ist, und beleuchten, wie Plattformen gezielt süchtigmachende Mechanismen einsetzen. Gemeinsam erarbeiten wir praktische Tipps und Tricks für eine gesündere, bewusstere Bildschirmzeit und stellen Apps und Strategien zur Mediennutzung vor, die der Psyche guttun. Ziel ist ein entspannterer, selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Smartphone: für mehr Klarheit, Ruhe und echte Erholung im digitalen Alltag.

    Referentin: 
    Louise Görlach, Netzaktivistin & Referentin für Digitale Selbstbestimmung, Datenschutz & IT-Sicherheit für den sozialen und Bildungsbereich

    Weitere Informationen rund um den Fachtag

    Zielgruppe
    Selbsthilfeaktive, Betroffene, Angehörige, Fachkräfte aus Suchthilfe, Gesundheit und Sozialarbeit, sowie Interessierte

    Teilnahme & Anmeldung
    Tagungsgebühr: 30 € oder
    ermäßigter Betrag 15 € für Rentner*innen,
    Schüler*innen und Studierende
    Anmeldung ab September 2026 hier möglich

    Kontakt: Christina Flurschütz & Stefanie Hoßfeld
    Selbsthilfekoordination Bayern | Handgasse 8, 97070 Würzburg
    Tel: 0931/207816-43 oder -45
    christina.flurschuetz@seko-bayern.de | stefanie.hossfeld@seko-bayern.de

    Veranstalter: Selbsthilfekoordination Bayern e.V.
    Kooperationspartner*innen: Selbsthilfezentrum München, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns und Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen,
    Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

    Veranstaltungsort: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Elsenheimerstraße 39, 80687 München