Gesundheitsforum „Sprechen und Zuhören auf Augenhöhe“

Kurzstatements aus der Sicht von Betroffenen und Fachkräften

Richard Eagan, Irren ist menschlich e. V.

Als Genesungsbegleiter erlebe ich täglich, wie wichtig Gespräche auf Augenhöhe sind.
Menschen in Krisen brauchen nicht nur Diagnosen und Konzepte, sondern auch Gegenüber, die zuhören und Erfahrungen teilen können. Wenn professionelle Perspektiven und Erfahrungsexpertise zusammenkommen, entsteht ein Dialog, der stärkt statt entmündigt.

Der Irren ist menschlich e. V. setzt sich für einen offenen und respektvollen Umgang mit psychischen Krisen ein. Der Verein verbindet Selbsthilfe, Peer-Arbeit und öffentliche Aufklärung und schafft Räume, in denen Betroffene, Angehörige und Fachleute miteinander ins Gespräch kommen. Ziel ist mehr Verständnis, Teilhabe und Unterstützung auf Augenhöhe.

Cornelia Lochner, SHG Onkologische Gruppe Bayerische Krebsgesellschaft Amberg

Mein Name ist Cornelia Lochner, ich bin vor über 20 Jahren selbst an Krebs erkrankt und hatte knapp vier Jahre danach noch ein Rezidiv. Durch die eigene Erfahrung weiß ich wie ein Patient sich fühlt und was er durchlebt mit der Diagnosestellung. Auch die vielen Herausforderungen, die ich während dieser Zeit erfahren habe, waren nicht immer leicht und manchmal auch sehr belastend. Für mich war und ist die Zuversicht ein wichtiger Heilungsfaktor. Natürlich bin ich eingeschränkt in meinem Leben.

Ich versuche nicht zu jammern, über das was nicht mehr geht, sondern das zu tun, was ich noch kann. Und auch das zu genießen was meiner Seele gut tut. Dankbarkeit und eine Grundzufriedenheit sind wichtige Pfeiler meines Lebens. Ein Satz, den ich für mich geprägt habe, ist: „Akzeptiere die Diagnose, aber nicht die Prognose.“ Meine Aussichten waren nicht gut und mittlerweile lebe ich immer noch und das mit Freude am Leben.

Prof. Monika Sommer

Psychologische Psychotherapeutin (VT)
Leitende Psychotherapeutin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie 
der Universität Regensburg am Bezirksklinikum
Mitglied des Vorstands der Psychotherapeutenkammer Bayern (PTK Bayern)

Nur durch echtes Zuhören kann das wichtigste Fundament jeder Therapie entstehen: 
Vertrauen.

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jalid Sehouli 

Direktor der Klinik für Gynäkologie mit Zentrum für onkologische Chirurgie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Campus Virchow-Klinikum, CVK) 
sowie der Klinik für Gynäkologie (Campus Benjamin Franklin, CBF). 

Prof. Sehouli hat intensiv nach Leitlinien und Konzepten gesucht, die jeder angehende Arzt für das Übermitteln von schlechten Nachrichten lernen kann.
Als Buchautor veröffentlichte er u.a. das Buch „Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen".

Moderation: Klaus Grothe-Bortlik 

ehemaliger langjähriger Geschäftsführer des Selbsthilfezentrums München,
Vorstand von SeKo-Bayern e.V. und DAG-SHG e.V.  

"Was gemeinschaftliche Selbsthilfe im Kern ausmacht, ist Selbstbestimmung, Selbstorganisation und die gegenseitige Begegnung auf Augenhöhe. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel Kraft in diesen Prinzipien steckt, die über die Gruppentreffen hinaus auch in die Gesellschaft wirkt und die Grundlage des gegenseitigen Respekts, der Toleranz und damit auch des demokratischen Miteinanders bildet.“