Selbsthilfeförderung in Bayern – Fördersummen 2016

Rekordbetrag für Selbsthilfe in Bayern

Die gesetzlichen Krankenkassen in Bayern stärken die gesundheitsbezogene Selbsthilfe 2016 mit einem neuen Rekordbetrag.
Nach Angaben der Fördergemeinschaft der Krankenkassenverbände kommen in diesem Jahr insgesamt 6,7 Millionen € den Selbsthilfegruppen, den Landesorganisationen der Selbsthilfe sowie den Selbsthilfekontaktstellen in Bayern zu gute. Dies entspricht einer Steigerung zum Vorjahr von knapp 33 Prozent.
Darüber informiert die ARGE der Krankenkassenverbände in ihrer Pressemitteilung vom 21. Juli 2016 zur Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe, die Sie nachfolgend herunterladen können.
(Es wurden insgesamt 31 Selbsthilfekontaktstellen gefördert – fünf Kontaktstellen mehr als in der Pressemitteilung angegeben.)

SeKo Bayern erhielt 50.000 € Pauschalförderung, der Verein Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. 16.600 € für seine koordinierende Tätigkeit.

97 Männer und Frauen zu ehrenamtlichen Selbsthilfevertreter/innen an den Regionalen Runden Tischen in Bayern benannt

Auswahlverfahren für die Amtszeit 2016 bis 2019 ist abgeschlossen

Seit 2008 wird die örtliche Selbsthilfeförderung nach § 20h SGB V unter beratender Beteiligung von bis zu acht Selbsthilfevertretern/innen aus den jeweiligen Regionen abgewickelt.

Für die vierjährige Amtszeit kann jede „Selbsthilfesäule“ bis zu zwei Personen benennen. Als Säulen gelten die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V., der Paritätische Landesverband Bayern e.V., die Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) und der Verein SeKo Bayern e.V.
Die Benannten müssen seit mindestens zwei Jahren in einer Selbsthilfegruppe aktiv sein, die Fördergelder bei den gesetzlichen Krankenkassen beantragt, und sich als Vertreter/in für die gesamte Selbsthilfe einsetzen.

Eingearbeitet werden sie von den Mitarbeiter/innen der örtlichen Geschäftsstellen durch ein Einführungstreffen. Sie haben Einblick in sämtliche Anträge, die am jeweiligen Runden Tisch gestellt werden und beraten die gesetzlichen Krankenkassen in der Vergabesitzung bei ihren Entscheidungen.
Sie müssen eine Verschwiegenheitserklärung abgeben und alle Unterlagen nach dem Ende ihrer Amtszeit vernichten.

Einmal jährlich organisiert SeKo Bayern im Namen aller Säulen ein Austauschtreffen für alle Benannten. An diesem Treffen nehmen auch die Landesvertretungen der Säulen, Kolleginnen der Geschäftsstellen Runder Tisch und Vertreter/innen der Krankenkassen auf Landesebene teil. Inhaltlich geht es um die Erfahrungen mit den Vergabesitzungen, den Förderrichtlinien und manchmal um konkrete Einzelfälle.

Ein Überblick über die Höhe der örtlichen Förderung schafft Transparenz und Überblick.
Die örtliche Selbsthilfe ist auf diese Weise optimal in die Arbeit der Förderung in Bayern eingebunden, so wie es der Gesetzgeber vorsieht. Wir freuen uns darüber, dass genügend Aktive aus der örtlichen Selbsthilfe bereit sind hier mitzuwirken, bedanken uns bei allen ausgeschiedenen Vertreter/innen für ihre Tätigkeit und begrüßen alle Neuen ganz herzlich zur vierjährigen Amtszeit.

Irena Tezak, Selbsthilfekoordination Bayern

Hilfreiche Beratung zur Selbsthilfeförderung!

Selbsthilfegruppen bewerten das Modell „Runder Tisch“ sehr positiv

Die bayerischen Selbsthilfegruppen bewerteten in einer Umfrage das Modell „Regionaler Runder Tisch“, das die Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen koordiniert, sehr positiv.

Von 2008 Selbsthilfegruppen, die im Jahr 2011 gefördert wurden, beantworteten 757 (38%) den Fragebogen zum Modell „Runde Tische“, einem einfachen und regional angesiedelten Förderverfahren. Hier wurde vor allen Dingen die Zufriedenheit mit dem „Einansprechpartnermodell“ abgefragt.

So empfanden 95 % der antwortenden Gruppen die Beratung durch die Mitarbeiter/innen der „Runden Tische“ als hilfreich, davon fast 70 % als „sehr hilfreich“.
Außerdem wurde die Beratung als kompetent, freundlich und informativ beschrieben.
Auch die Erreichbarkeit bekam Bestnoten: 94 % bescheinigten eine sehr gute und gute Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen, nur 2 % wünschten sich hier eine Verbesserung.

Dass es nach wie vor großen Informations- und Beratungsbedarf bei der Antragsstellung gibt, zeigen 463 persönliche Beratungen (61%) – so häufig wurde diese zeitintensive Leistung der beauftragten Selbsthilfekontaktstellen in Anspruch genommen.

Dass von den Personen mit persönlicher Beratung insgesamt 99 % diese sehr hilfreich und hilfreich fanden, spricht für die hohe Qualität der Beratung und zeigt deutlich, dass das Bayernmodell ein Erfolgsmodell ist.

Durch die Antragsberatung fanden die Selbsthilfegruppen aber auch zu anderen Leistungen der Selbsthilfekontaktstellen Zugang:
Die Gruppen erhielten Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit (245), nahmen an Fortbildungen der Kontaktstelle teil (244), wurden zu anderen Themen ebenfalls beraten (148) und bei der Raumsuche unterstützt (79).
Die Vermittlung von neuen Mitgliedern durch die Selbsthilfekontaktstelle in die Selbsthilfegruppe wurde als weiteres positives Ergebnis von 125 Antwortenden genannt.
Gewünscht wurde mehr Austausch (24 Nennungen), eine noch einfachere Antragstellung (10) und mehr Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit (7).

Die Selbsthilfegruppen nutzten den Fragebogen auch, um eine ganze Reihe von sehr individuellen und regional bezogenen Mitteilungen zu geben:
Mitarbeiterinnen der „Runden Tische“: Hier erwähnten 52 Antragssteller ausdrücklich den guten persönlichen Kontakt, die persönliche Hilfestellung und die rasche Klärung bei Schwierigkeiten und Problemen.

Weiterhin reichten die individuellen Mitteilungen von der Kritik, dass die gesetzlichen Krankenkassen kaum mehr Fahrdienste oder spezielle Gymnastik für brustoperierte Frauen bezahlen, bis zu dem Wunsch in Bayreuth eine Selbsthilfekontaktstelle einzurichten oder dem Wunsch nach mehr Öffentlichkeitsarbeit für seltene Erkrankungen.
Insgesamt zeigt sich an der Befragung die hohe Gesamtzufriedenheit mit dem bayerischen Modell. Die Selbsthilfeförderung in Bayern ist also auf dem richtigen Weg und kann beispielhaft für andere Bundesländer sein.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Selbsthilfekoordination Bayern
Irena Tezak, Tel. 09 31/20 78 16 42 und Theresa Keidel, Tel. 09 31/20 78 16 41

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