Selbsthilfekongress und Selbsthilfegala 2009

Selbsthilfekongress 2009 in München

Dieser Weg war kein leichter! 7. Bayerischer Selbsthilfekongress unter dem Motto Erlebtes und Erlerntes im Austausch

„Dieser Weg war kein leichter- dieser Weg war steinig und schwer.“ So begrüßte Theresa Keidel, die Geschäftsführerin der Selbsthilfekoordination Bayern, die Tagungsgäste: denn sowohl die Organisation des 7. Bayerischen Selbsthilfekongresses war nicht immer ganz leicht, das Zitat passe aber auch hervorragend zur Selbsthilfe. Denn Menschen in Selbsthilfegruppen haben eine schwere Erkrankung oder sind in einer persönlichen Krise und finden über die Gruppe wieder Anschluss ans Leben. Deshalb wurde der Kongress auch begleitet von der Ausstellung „ Steine im Weg“, bei der wunderschöne Detailfotos aus einem Steingarten bei Würzburg gezeigt wurden.
Der Kongress fand am 23. Oktober 2009 unter dem Motto „Erlebtes und Erlerntes – Selbsthilfe und Fachwelt im Dialog“ ganztägig in München statt. Schon Wochen vorher war er mit über 300 Teilnehmer/innen vollkommen ausgebucht. Neben vier Kurzreferaten am Vormittag wurden am Nachmittag in zehn Workshops gesellschaftspolitische Themen wie Krankenkassenförderung, Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern oder auch Soziale Selbsthilfe und Familienselbsthilfe bearbeitet. Inhaltliche Gruppenthemen wie „offene Kommunikation“ oder „Selbsthilfe und Verantwortung“ kamen auch nicht zu kurz.

Alexander Schlote, Vorstandsmitglied des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. führte ins Tagungsthema ein und verglich die Zusammenarbeit von Professionellen und Selbsthilfegruppen mit zwei Hälften einer Kugel, die nur gemeinsam ins Rollen kommen können.
Die beiden Sprecher des sozialpolitischen Ausschusses Brigitte Meyer und Joachim Unterländer sicherten der Selbsthilfe ihre volle Unterstützung zu. So werden Sie demnächst die Selbsthilfe und alle potentiellen Förderer in den Landtag einladen, um gemeinsam die Förderung der bayerischen Selbsthilfe auf allen Ebenen zu verbessern.
Beim Abschluss der Tagung unter Moderation von Werner Buchberger vom bayerischen Rundfunk waren alle nochmals aufgefordert ihre politischen Wünsche zu äußern. Eine der Forderungen war zum Beispiel die privaten Krankenkassen an der Selbsthilfeförderung zu beteiligen und Selbsthilfe in die Ausbildung von Gesundheitsberufen einzubinden. Eine andere Arbeitsgruppe war der Meinung SeKo solle finanziell unterstützt werden, um den Bereich „Selbsthilfe und Pflege“ weiter voranzubringen. Inhaltlich wurde nochmals verdeutlicht, dass Menschen in Selbsthilfegruppen innerlich wachsen und so frei nach Hirschhausen eine „Steigerung ihres Bruttosozialglücks“ erleben.
Die Hauptorganisation des Kongresses übernahm wieder das Team der Selbsthilfekoordination Bayern, einer bayernweiten Netzwerkeinrichtung zum Thema Selbsthilfe mit Sitz in Würzburg
Tatkräftig und finanziell unterstützt wurden sie dabei von dem Selbsthilfezentrum München. Auch die Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenkassen und die bayerischen Apotheker, sowie die kassenärztliche Vereinigung Bayerns unterstützten den Kongress finanziell und durch eigene Workshopbeiträge. Ein besonderer Dank geht an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die neben einem sehr guten Fachvortrag des Patientenbeauftragten Dr. Peter Scholze als Gastgeber auch noch die Bewirtung übernahm.

Premiere Selbsthilfegala

 Der Frauenchor Silbermond Selbsthilfegala 2009

„So macht Selbsthilfe richtig Spaß!“, darüber waren sich die 240 Gäste der ersten Selbsthilfegala in München einig. Unter Ihnen waren viele Selbsthilfeaktive, aber auch Promis aus Politik und Verwaltung, wie die ehemalige Sozialministerin Christa Stewens. Zugunsten des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. fand die Gala am 22.10.2009 in den Räumen der kassenärztlichen Vereinigung von 18.30-22 Uhr statt.
Durch den Abend führte Jürgen Keidel aus Würzburg, der in seiner Rolle als der „sagenhaft soziale Siggi Selbsthilfe“ seine ganz persönliche Sicht zur Selbsthilfe zum besten gab und anmerkte, dass jeder Euro in Selbsthilfe investiert siebenfach zurückkommt. Zu den anwesenden Politikern meinte er: „Da ist doch das Geld wesentlich besser investiert, als es den Banken in den Rachen zu werfen.“ Als unterfränkisches Original Werner Endres gab er unter anderem das Lied vom Klaus im Selbsthilfehaus zum Besten und lud alle zum Mitschunkeln ein.
Weiter sang der Münchner Damen-Chor „Silberner Mond“ mit Christlieb Krötsch am Klavier wunderbare Schlager aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Höhe- und Schlusspunkt Ihrer Aufführung war die witzige Darbietung der “ Sonne von Capri”, die als Pappscheibe mit Taschenlampe im “Meer” des Damenchors versank.
Zum Abschluss wurde es nochmals ganz ruhig im Saal: die Nürnberger Folkrockband „Winslow“ brachte mit ihrem groovigen Sound die Anwesenden zum Mitswingen und zum Entspannen.
Viele Spenden konnten durch den Verkauf von Bildern von Profi- und Hobbykünstlern aus ganz Bayern sowie durch den Einsatz der bezaubernden Selbsthilfefeen gesammelt werden.
Zum Schluss waren sich alle Anwesenden einig: diese Premiere hat in jedem Fall eine Wiederholung verdient.

Die Selbsthilfefeen umrahmen Theresa Keidel, Michael Stahn und Eva Kreling
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