Sucht – trifft DICH und MICH

Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht

Auf dem Bild sehen Sie v.l.n.r.: Irena Tezak, SeKo Bayern, Michael Stahn, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. Beate Erbas, Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen, Klaus Jeggle, stellvertretender Landrat des LK Passau, Theresa Keidel, Geschäftsführerin SeKo Bayern e.V., Dr. Ulrich Kemper, Chefarzt der Bernhard-Salzmann-Klinik in Gütersloh, Urban Mangold, 2. Bürgermeister der Stadt Passau und Dr. Georg Walzel, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Foto: Zechbauer

Mit dem Schwerpunkt „Angehörige von Suchtkranken Menschen“ befasste sich der bayernweite Selbsthilfefachtag „Sucht – trifft DICH und MICH – Gesunde Anteile stärken – bei Betroffenen und Angehörigen“ am Samstag, den 8. Juli 2017 in Passau.

Durch die Grußworte von Bürgermeister Urban Mangold, stellvertretendem Landrat Klaus Jeggle und dem Vertreter des Gesundheitsministeriums Dr. Georg Walzel wurde die Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Betroffenen in Selbsthilfegruppen deutlich. Beide Politiker bekräftigten, dass sie diese gerne weiter unterstützen wollen, Herr Jeggle sprach sogar davon, die Bemühungen der Diakonie Passau zur Einrichtung einer Selbsthilfekontaktstelle mit voranzubringen.

Die insgesamt 120 Teilnehmenden setzten sich mit unterschiedlichen Aspekten, die für Angehörige wichtig sein können, auseinander. Etwa 60 % der Teilnehmenden waren Betroffene und Angehörige aus Selbsthilfegruppen, 30 % kamen aus Gesundheitsberufen – Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Mitarbeiter/innen aus Suchtfachstellen und Selbsthilfeunterstützungsstellen.

Die niederbayerischen Selbsthilfegruppen waren mit rund 40 Teilnehmenden am stärksten vertreten.
Schon im Hauptvortrag mit dem Titel „Hilfe er/sie will sich nicht ändern! Sucht als Familienerkrankung“ wurde deutlich, wie wichtig es ist, als Angehörige/r eines Suchtkranken gut für sich selbst zu sorgen. Denn ein gesunde/r Angehörige/r kann wesentlich besser unterstützen als ein belasteter. Im Workshop zum Thema „Was hilft Angehörigen?“ konnte dieses Thema noch vertieft und diskutiert werden.

Angehörige leiden unter der Sucht und ihren Folgeerscheinungen genauso wie die Suchtkranken. Doch Schuldzuweisungen und Vorwürfe helfen niemandem weiter, denn: „Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht“ – so eine Botschaft von Dr. Kemper im Plenumsvortrag.
In den weiteren vier Workshops konnten sich die Teilnehmenden dann mit den Themen Glücksspielsucht, Adipositas und positiver Psychologie oder mit Übungen zum Entspannen und Energie tanken in der Selbsthilfegruppe beschäftigen.

Im Abschlussplenum wurden noch einmal wichtige Inhalte zusammengetragen, die Dokumentation zur Tagung finden Sie in Kürze im rechten Seitenbereich.

Finanziert wurde die Veranstaltung vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.

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