Ideenwerkstatt West in Ansbach

Zusammen sind wir stärker - Selbsthilfe in der Psychiatrie

Veranstaltet von Seko Bayern e.V. gemeinsam mit kiss Ansbach fand die vierte und vorerst letzte Ideenwerkstatt am Mittwoch, den 3. Mai im Bezirksklinikum Ansbach statt.

Der kaufmännische Leiter des Bezirksklinikums Markus Calana und der Vorstand des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern, Klaus Grothe Bortlik, begrüßten insgesamt 45 Selbsthilfeaktive, Klinikmitarbeiter/innen und Mitarbeiter/innen aus Selbsthilfekontaktstellen im Festsaal der Klinik.

„Zusammen sind wir am stärksten: Selbsthilfe in der Psychiatrie“ und „Selbsthilfe und Krankenhaus gemeinsam auf dem Weg zu mehr Patientenorientierung“ waren die Titel der beiden Impulsvorträge von Prof. Dr. med. Mathias Zink, Chefarzt der Klinik und Lisbeth Wagner, pädagogische Mitarbeiterin der KISS Regensburg.

An drei Stationen (Selbsthilfe – Klinik – Selbsthilfekontaktstelle) konnten sich anschließend alle Teilnehmer/innen informieren und mitdiskutieren. Welche Möglichkeiten der Beteiligung in einer psychiatrischen Klinik sind sinnvoll und umsetzbar? Durch die Methode Gallerywalk war es möglich, dass alle drei Stationen von allen Teilnehmer/innen besucht werden konnten und so ein ganzheitlicher Eindruck entstehen konnte.
Die Dokumentation der Veranstaltung sowie die Auswertung der Rückmeldebögen finden Sie rechts in der Sidebar.

Ideenwerkstatt Ost in Regensburg

Mutmacher und Selbsthilfeaktive im ausgezeichneten Krankenhaus

Ein „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ hautnah erleben und damit einen Einblick in das bayerische „Leuchtturmprojekt“ in Sachen Zusammenarbeit von Selbsthilfe und Krankenhaus – das war es, was die Teilnehmer/innen der dritten bayerischen Ideenwerkstatt ganz besonders beeindruckt hat.

Veranstaltet von der Selbsthilfekoordination Bayern e.V. gemeinsam mit KISS Regensburg, der hiesigen Selbsthilfekontaktstelle, fand diese am Freitag, den 25. März statt.
Als Veranstaltungsort wurde das bisher einzige Krankenhaus in Bayern mit der Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gewählt.

Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler sowie Oberarzt und Selbsthilfebeauftragter Dr. Heribert Stauder, erläuterten den Weg der Einrichtung hin zu immer mehr Patientenorientierung und der Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe.

In dem Wissen, dass Krankheit nicht an der Kliniktür endet, gehe man davon aus, dass die solidarische Unterstützung unter gleich Erkrankten eine ganz eigene und unersetzliche Qualität in der psychosozialen Begleitung von Patienten darstellt, so Dr. Kestler.
Struktur, Kontinuität und Verlässlichkeit wurden als Grundpfeiler für die gute Kooperation auch von den beiden Selbsthilfeaktiven Marianne Magg vom Netzwerk Familien mit Diabeteskindern und Elona Posch von der Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz genannt.

Margot Murr und Lisbeth Wagner von KISS Regensburg sind davon überzeugt,
dass das gemeinsame Anliegen so gut weiterentwickelt werden kann, weil die Krankenhausleitung Wert darauf legt und die ehrenamtlich Aktiven im Krankenhaus geschätzt werden,

In drei Foren zu unterschiedlichen Themen konnten sich die 60 Teilnehmer/innen aus ganz Ostbayern informieren und mitdiskutieren oder sich Anregungen für die eigene Situation vor Ort holen.
Unter den Anwesenden waren Ärzte und andere Mitarbeiter/innen von Krankenhäusern aus Niederbayern und der Oberpfalz sowie Aktive aus Selbsthilfegruppen.

Im Abschlussplenum wurde von einer Krankenhausmitarbeiterin die Bedeutung der Selbsthilfearbeit sogar als „eigene Profession im Krankenhaus“ bezeichnet.

Fazit der Veranstaltung: kleine Schritte gehen, Ideen einbringen und Verantwortliche in Kliniken für die Öffnung gegenüber der Selbsthilfe gewinnen – auch in Regensburg war es ein langer Weg bis zum ausgezeichneten Krankenhaus!

Ideenwerkstatt Nord in Coburg

Kooperation macht stark

Nach der Begrüßung durch Klinikdirektorin Dagmar-Astrid Wagner referierte Chefarzt Dr. Hermann
Zoche in seinem Impulsreferat, wie eine Selbsthilfegruppe als Mitinitiator an der Bildung des zertifizierten Brustzentrums Coburg beteiligt war. Auch der ärztliche Direktor Professor Dr. Markus Ketteler bestätigte in seinem Referat die positive Wirkung von Selbsthilfegruppen für die
Patienten und ihre Angehörigen im Bereich der chronischen Nierenerkrankungen. 2014 hat er doch selbst mit Patienten die Selbsthilfegruppe für Nierenerkrankungen mitgegründet.
60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am Freitag zu einem Fachtag zum Austausch zwischen Klinikpersonal und Selbsthilfe eingefunden, den die Selbsthilfekoordination Bayern mit der Kontaktstelle Selbsthilfe der Stadt Coburg und dem Klinikum Coburg zum Thema
„Mehr Selbsthilfefreundlichkeit im Krankenhaus“ veranstaltete. Als Vertreterin des Netzwerks Patientenorientierung und Selbsthilfefreundlichkeit konnten die Anwesenden von Lisbeth Wagner erfahren, wie eine strukturierte und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Klinik
und der Selbsthilfe aussehen und gefördert werden kann.
Als Mitarbeiterin der Selbsthilfekontaktstelle Regensburg war sie maßgeblich am Auszeichnungs-Prozess beteiligt, der dem Krankenhaus „Barmherzige Brüder Regensburg“ zu seiner bayernweit einmaligen Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ verhalf.
Wie und auf wen Selbsthilfegruppen in Krankenhäuser oder Rehakliniken zugehen können, was die Selbsthilfeaktiven in der Zusammenarbeit mit einer Klinik leisten und wie die Selbsthilfekontaktstelle vor Ort Gruppen mit Kliniken vernetzen kann, wurde in drei Workshops rege ausgetauscht und diskutiert. Moderatorin Sabine Feuerbach-Heim von der Kontaktstelle Selbsthilfe konnte im Abschlussplenum feststellen, dass sich das Zusammentreffen von medizinischen Know How und dem
Erfahrungswissen aus den Selbsthilfegruppen als eine Bereicherung für alle Beteiligten erweist.
Die Aufklärung und Informationen durch Gleichbetroffene könnten den Patienten, z.B. Ängste vor Operationen nehmen, bei der Entlassung und der Nachsorge Unterstützung geben, auch bei Alltagsschwierigkeiten und der Krankheitsbewältigung helfen. Dr. Zoche war sichtlich erfreut von den
vielseitigen Anregungen und Impulsen aus den Arbeitsgruppen und signalisierte seine Unterstützung bei der praktischen Umsetzung, damit das Klinikum noch selbsthilfefreundlicher gestaltet werden kann. Alle Beteiligten des Fachtages, Selbsthilfegruppenvertreter, Klinikmitarbeiter und Kontaktstellenmitarbeiter Resümierten, das sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und regelmäßige Austausche lohnen würden, nach dem Motto „ Kooperation macht stark“.

(Auf dem Foto sehen Sie Frau Sabine Feuerbach-Heim und Frau Sabine Doerenkamp-Steiner im Austausch am Impuls Selbsthilfekontaktstellen – Selbsthilfegruppen – Klinik)

Ideenwerkstatt Süd in Bad Endorf

Gesundheit durch Liebe, Vertrauen und Glück

Ideenwerkstatt in Bad Endorfer Simsseeklinik mit starken Impulsen für mehr Selbsthilfefreundlichkeit im Krankenhaus

Wie Liebe, Vertrauen und das Empfinden von Glück auf unser Wohlbefinden wirken und welche Faktoren für die Gesundheit sonst noch wichtig sein können, erläuterte Dr. Franz Pfitzer, Chefarzt der Psychosomatik und Gastgeber, sehr anschaulich anhand des Behandlungskonzeptes der Klinik in seinem Impulsreferat.
Wie strukturierte Zusammenarbeit zwischen Kliniken und der Selbsthilfe aussehen und gefördert werden kann, trug Antje Liesener vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit aus Berlin sehr lebendig in ihrem Referat vor.
Insgesamt 70 Personen waren am Mittwoch, den 19.Oktober der Einladung zum Austausch zwischen Klinikpersonal und Selbsthilfe gefolgt. Ärzte/innen und Mitarbeiter/innen aus Kliniksozialdiensten diskutierten mit Selbsthilfegruppen und –kontaktstellen zum Thema.
Wie und auf wen Selbsthilfegruppen in Krankenhäusern zugehen können, was sie in der Zusammenarbeit mit einer Klinik leisten und wie die Selbsthilfekontaktstelle Gruppen mit Kliniken vernetzen kann waren die Themen im anschließenden Gallery Walk.
(v.l.n.r. auf dem Foto: Dr. Franz Pfitzer, Theresa Keidel, Dagmar Friemel-Sturm, Antje Liesener und Irena Tezak)
Denn dass die positiven Wirkungen der Selbsthilfe die Lebensqualität von Patienten/innen erheblich verbessern und den Heilungsprozess unterstützen können, war allen Beteiligten bewusst – dies in Zukunft noch mehr in den Blick zu nehmen und Partner für Kooperationen vor Ort zu finden, das war ein Ziel dieser Veranstaltung.
Im Rahmen des bayernweiten Projektes „Mehr Selbsthilfefreundlichkeit im Krankenhaus“, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, war dies die erste von vier Ideenwerkstätten..
Die nächste findet am 25. November 2016 im Norden Bayerns, in der Regiomed Klinik Coburg statt, im Jahr 2017 folgen zwei weitere in Ansbach und Regensburg.

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