Informationsstand und Workshop beim Bayerischen Apothekertag vom 8. bis 10. Mai 2015 in Amberg

Workshop Resilienz: Entwicklung von Bewältigungsstrategien

Resilienz meint die Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit und Flexibilität, mit der unterschiedliche Lebenssituationen gemeistert werden. Ob am Arbeitsplatz oder im Privatleben, diese Eigenschaften sind bei Veränderungen, Konflikt- und Krisensituationen oder Krankheiten gefragt, um das innere Gleichgewicht und damit auch die Gesundheit zu erhalten. Persönliche Einstellungen und Verhaltensweisen, ein funktionierendes Beziehungsnetzwerk und die Entdeckung eigener Ressourcen sind dabei wichtige Einflussfaktoren.

Neben allgemeinen Informationen werden Maßnahmen zur Förderung der persönlichen Resilienz kurz vorgestellt. Im Anschluss sollen im gemeinsamen Gespräch, auch mit Selbsthilfeaktiven, individuelle Erfahrungen in der Bewältigung schwieriger Lebensumstände ausgetauscht und diskutiert werden.

Tanja Günther, Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement (Kiss) Weißenburg

Apotheken und Selbsthilfe

Kompetenz zeigen - Selbsthilfe einbinden

Die Rolle von Selbsthilfekontaktstellen als Vernetzungseinrichtung

Nachhaltigkeit und konkrete Umsetzung von Projektideen mit Apotheken

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es sehr wichtig ist, entstandene Ideen zu koordinieren, Kontakte zu erhalten und zu intensivieren.

Deshalb war 2014 vor allen Dingen die Nachhaltigkeit der entstandenen Kooperationen und die Initiierung neuer Projekte Thema.

Zwei Ideenwerkstätten gaben Anregungen für Apotheker, in welcher Form vor Ort mit Selbsthilfegruppen zusammengearbeitet werden kann und welche Rolle Selbsthilfekontaktstellen in diesem Zusammenhang spielen.

Ideenwerkstatt für Apotheken und Selbsthilfekontaktstellen im Selbsthilfezentrum München

Ein Bericht von Stephanie Striebel (SHZ München):

Am 26. März 2014 fand im Selbsthilfezentrum München (SHZ) eine Ideenwerkstatt für Apotheker/innen und Mitarbeiter/innen aus Selbsthilfekontaktstellen statt, an der auch zwei Mitarbeiterinnen des SHZ teilnahmen.
Veranstalter waren SeKo Bayern e.V. und der Bayerische Apothekerverband BAV.
An der 4-stündigen Veranstaltung nahmen 12 Apotheker/innen aus München und dem Umland, Augsburg, Neuburg und Bernbeuren sowie 6 Mitarbeiterinnen aus den 5 Selbsthilfekontaktstellen in München, Augsburg, Ingolstadt, Landshut und dem Berchtesgadener Land teil.

Die Ideenwerkstatt war eine Fortsetzung des Projekts „Apotheken und Selbsthilfe – Kompetenz zeigen, Selbsthilfe einbinden“, das bereits in den letzten vier Jahren erfolgreich durchgeführt wurde. Der jetzige Termin sollte dazu beitragen, bestehende Kooperationen nachhaltig fortzuführen und neue Projekte vor Ort zu initiieren.
Die Apotheker/innen bekamen Anregungen, wie die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und Apotheken vor Ort gestaltet werden kann. Es bestand die Möglichkeit konkrete Kooperationen in die Wege zu leiten, für deren Vermittlung die Selbsthilfekontaktstellen den direkten Draht zwischen den Gruppen und den Apotheken herstellen können.

Schon zu Beginn der Ideenwerkstatt war das große Engagement der beteiligten Apotheker/innen spürbar.
Nach dem gegenseitigen Kennenlernen stellte Dagmar Brüggen aus der Selbsthilfekontaktstelle Kiss Mittelfranken die Arbeit der Kontaktstellen vor, die unter anderem als Netzwerkeinrichtung im Gesundheitsbereich fungieren. Die Apotheker/innen konnten hier einiges Neues erfahren, da viele zum ersten Mal Einblick in die konkrete Arbeit von Selbsthilfegruppen erhielten und das Angebot und Aufgabenspektrum der Kontaktstellen kennen lernen konnten. Die Apotheker/innen waren sehr interessiert und es wurden viele Fragen gestellt.
In weiteren Verlauf präsentierte Sonja Stipanitz, Landesbeauftragte für Selbsthilfe der Apotheker in Bayern, die bisherigen Umsetzungen und Erfahrungen des Projekts „Apotheken und Selbsthilfe – Kompetenz zeigen, Selbshilfe einbinden“. Dadurch wurden der Umfang und die Vielfältigkeit von bayernweit bereits bestehenden Kooperationen und Veranstaltungen deutlich. Es fanden zum Beispiel Informationsveranstaltungen für Betroffene und Personalschulungen in Apotheken statt, Selbsthilfegruppen konnten sich und ihre Arbeit in Schaufenstern oder bei Infoständen vorstellen und Apotheken legten Flyer über Selbsthilfe aus. Außerdem können Apotheker/innen, die sich mit dem Selbsthilfesystem auskennen, ihren Kund/innen von bestehenden Gruppen erzählen oder sie an Selbsthilfekontaktstellen verweisen.
Nächster Teil der Veranstaltung war der Austausch zwischen den Apotheken und den Kontaktstellen. Die Apotheker/innen stellten ihre Arbeitsrealität vor und es entstanden lebhafte Diskussionen über das Selbstverständnis der Apotheken und über die Praxis der Selbsthilfekontaktstellen. Beide Seiten konnten ihre Ideen, Wünsche und Anregungen vorstellen und schon erste Schritte für weiterführende Projekte andenken.
Zum Ende der Veranstaltung verließen die Teilnehmer/innen das SHZ angeregt und voller Tatendrang.

Besonders erfreulich aus Sicht des SHZ ist, dass sich aus dem Treffen zwei neue Kontakte zu engagierten Münchner Apotheken ergaben. Davon ausgehend ist nun geplant, gemeinsame Projekte anzugehen. Es besteht das Angebot, dass Selbsthilfegruppen sich im Schaufenster einer Apotheke präsentieren können oder dass gemeinsame Veranstaltungen organisiert werden. Wir hoffen, dass daraus eine Zusammenarbeit erwächst, die sich sowohl für die Selbsthilfegruppen als auch für die Apotheken als gewinnbringend erweisen wird.

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