Fachtag Alles zuviel: Wenn Alltag süchtig macht 2011

In ihrem Plenar-Vortrag „Was sind Verhaltenssüchte? Grundlagen zu Krankheitsentstehung, Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten“ konnte Dipl. Psych. Chantal Mörsen aus der Berliner Charite den 160 Teilnehmer/innen einen gut präsentierten Überblick zum Thema und zum wissenschaftlichen Stand geben.
Arbeiten, Kaufen, Spielen, Beziehungen, Computer- und Internetgebrauch – ab wann bin ich denn süchtig? Und was kann ich als Mutter, Partnerin oder berufliche Helferin für die Betroffenen, aber auch für mich selbst tun?

Im Bild sind die drei Hauptverantwortlichen des Fachtages zu sehen. Von links nach rechts: Dagmar Brüggen, Kiss Nürnberg (Gesamtmoderation), Irena Tezak, SeKo Bayern (Organisatorin) und Ingeborg Ehrlich, Geschäftsführerin Kiss Nürnberg und Vorstandsfrau Verein Selbsthilfekontaktstellen e.V.

In acht Workshops kamen alle ins Gespräch und in engagierte Diskussionen. Was hab ich schon alles versucht, das nicht geholfen hat? Was kann das für mein weiteres Verhalten bedeuten?
Betroffene berichteten von Entzugserscheinungen, wenn sie an der Ausübung ihres Verhaltens gehindert werden. Das Verhalten wird immer länger und intensiver durchgeführt, um den positiven Effekt zu erleben – die Kontrolle geht langsam verloren. Das führt zu Isolation und sozialer Verarmung.

Mehr Selbsthilfeangebote zu schaffen, die Zusammenarbeit mit den beruflichen Helfern zu verbessern – dieses sollte ein Ziel der Tagung sein.
Ob dies erreicht werden konnte, wird die Zukunft zeigen – einige Teilnehmer/innen haben diesen Fachtag jedenfalls sehr motiviert und mit der Absicht, sich zu vernetzen, verlassen.

Der Fachtag wurde unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände.

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