Selbsthilfe in Bayern

Selbsthilfegruppen:

Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen mit ähnlichen Problemen oder Anliegen im gesundheitlichen, sozialen oder persönlichen Bereich. Durch gegenseitige Hilfe und Erfahrungsaustausch unter Gleichbetroffenen stärkt die Gruppe den Einzelnen. Durch die Umsetzung von Erfahrungen in Ideen und Taten bereichert Selbsthilfe das Gemeinwesen. Über die Suche nach Selbsthilfethemen können die vorhandenen Selbsthilfegruppenthemen in Bayern abgerufen und nach Stichworten gesucht werden.

Selbsthilfeorganisationen:

Selbsthilfeorganisationen sind Zusammenschlüsse von Selbsthilfegruppen und arbeiten meist auf Bundes- oder Landesebene vorrangig im öffentlichen Raum. Sie nehmen die Interessen der Gruppen wahr (Lobbyarbeit) und erbringen Beratungs- und Informationsleistungen zum Thema. In Bayern gibt es 198 Selbsthilfeorganisationen (Stand: Dezember 2015), davon 170 im Gesundheitsbereich und 28 im Sozialbereich.
Eine Sammlung dieser Kontakte können Sie unter Selbsthilfeorganisationen finden.

Selbsthilfeunterstützung in Bayern:

Selbsthilfekontaktstellen sind professionelle Einrichtungen zur regionalen Unterstützung und Beratung von Selbsthilfegruppen und zur Verbreitung des Selbsthilfegedankens. Sie arbeiten fach-, themen- und verbandsübergreifend zum Thema Selbsthilfe in Hauptaufgabe im Sozial- und Gesundheitsbereich. Im Verein “Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V.” sind 31 Einrichtungen zur Selbsthilfeunterstützung zusammengeschlossen. In den folgenden Orten/Regionen bestehen 23 Selbsthilfekontaktstellen, die in Hauptaufgabe Selbsthilfegruppen und Initiativen unterstützen: Augsburg, Bad Tölz-Wolfratshausen, Bamberg, Coburg, Freilassing, Hof, Ingolstadt, Karlstadt, Kempten, Landshut, Mühldorf, München, Mittelfranken (Ansbach, Hersbruck, Nürnberg, Roth, Weißenburg-Gunzenhausen), Regensburg, Rosenheim, Traunstein, Ulm (gemeinsame KS für Ulm und Neu-Ulm), Unterfranken, Würzburg. Die Kontaktstellen befinden sich in sehr unterschiedlichen Trägerschaften (z. B. Kommune, Gesundheitsamt, Wohlfahrtsverband, eigener Trägerverein) und beschäftigen hauptamtliches Personal (mindestens halbe Fachstelle und 10 Stunden Verwaltung). Die anderen Mitglieder des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e.V. sind eine Kontaktstelle im Aufbau (Bayreuth) und Selbsthilfeunterstützungsangebote in Nebenaufgabe (Deggendorf, Forchheim, Haßfurt, Kronach, Neumarkt, Neustadt/Aisch, Weilheim-Schongau). Sie unterstützen Selbsthilfegruppen mit wenigen Stunden. Zusätzlich gibt es nach unserem Informationsstand ca. 41 weitere Unterstützungsangebote für Selbsthilfegruppen, alle in Nebenaufgabe (meist MitarbeiterInnen in Gesundheitsämtern, Krankenkassen oder Beratungseinrichtungen, die ebenfalls in geringem Umfang Selbsthilfevermittlung anbieten). Außerdem bieten eine Vielzahl von Beratungseinrichtungen in Bayern Informationen zu einzelnen Themenbereichen (z.B. nur Sucht, nur Senioren usw.) der Selbsthilfe an. Diese Kontakte sind bei SeKo Bayern in den Regionen gesammelt, in denen kein themenübergreifendes Unterstützungsangebot vorhanden ist. Über Selbsthilfeunterstützung vor Ort finden Sie die Adressen und Themenlisten der Selbsthilfekontaktstellen sowie anderer selbsthilfeunterstützender Einrichtungen.

Selbsthilfe in Bayern

Es gibt keine Statistik über die genaue Anzahl der bayerischen Selbsthilfegruppen. Bei einer Hochrechnung aus der Anzahl der Selbsthilfegruppen – bundesweit zwischen 70 000 und 80 000 (niedrigster Wert: Experten gehen von bis zu 100 000 Selbsthilfegruppen aus), in denen sich ca. 3-4 Millionen Bürger und Bürgerinnnen engagieren, – ergibt sich rein rechnerisch für Bayern eine Anzahl von ca. 11 000 Selbsthilfegruppen mit ca. 500 000 Mitgliedern. Insgesamt gibt es im Dezember 2015 Selbsthilfegruppen zu knapp 900 verschiedenen Themen.

Bayern im Bundesvergleich

Bundesweit gibt es laut NAKOS rund 300 Selbsthilfeunterstützungsangebote, davon 250 Selbsthilfekontaktstellen (Hauptaufgabe). Bei einem Vergleich der 23 Selbsthilfekontaktstellen in Bayern mit den 250 Selbsthilfekontaktstellen im Bundesgebiet ergibt sich, dass auf 1 Million Einwohner im Bundesgebiet durchschnittlich 3 Kontaktstellen kommen, in Bayern auf 1 Million Einwohner aber nur 1,8 Kontaktstellen. Daraus ergibt sich ein großer Entwicklungsbedarf, um ein flächendeckendes Netz von Selbsthilfekontaktstellen bereitzustellen.

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